Eröffnung der Ausstellung „Aus der Geschichte lernen“
Einen Krieg beginnen,
heißt nichts weiter, als einen Knoten zu zerhauen, statt ihn aufzulösen.
Christian Morgenstern
Von links nach
rechts:
Bankdirektor Albert Reher, Ehrenoberst Meinolf Kremeyer, Landrat
Hubertus Backhaus, Geschäftsführer des Volksbundes Ulrich
Appelt, Bürgermeister Burkhard Deppe, Oberst Rainer Pirsig |
Herr Albert Reher konnte
zu Beginn der Ausstellungseröffnung zahlreiche Besucher aus Politik
und Gesellschaft des Kreises Höxter
in der Volksbank Bad Driburg willkommen heißen. Ein besonderer
Gruß galt den Schützen der Bad Driburger Bürgerschützengilde.
Unter Meinolf Kremeyer hatten die Schützen vor zehn Jahren begonnen,
die Haus- und Straßensammlung in Bad Driburg durchzuführen.
Die Idee zur Durchführung dieser Ausstellung ist ebenfalls bei
einer Veranstaltung der Schützen, dem Hüttenkartoffelessen,
geboren worden. Herr Reher wies auch darauf hin, dass der zeitliche
Bezug der Ausstellung gut gewählt sei. Am Montag, dem 08. Mai,
herrscht in Deutschland seit 61 Jahren Frieden.
Der Landrat Hubertus Backhaus stellte an den Beginn seiner Ausführungen,
dass dem Frieden Kriege und Gewaltherrschaft mit Millionen Toten vorangegangen
seien. Die Ausstellung so betonte er, sei ein Gedenken an das Vermächtnis
dieser Toten, das alle Völker zu Verständigung und Frieden
mahne. In diesem Zusammenhang zeigte er die Aufgabe des Volkbundes auf,
unter dem Leitwort „Versöhnung über Gräbern –
Arbeit für den Frieden“ Sorge für die Gräber dieser
Toten zu tragen. Einen Beitrag hierzu leiste auch diese Ausstellung,
die sich in drei Teile aufteilt: Der Erste Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg,
die Arbeit des Volksbundes. Insgesamt würden mehr als 300 Fotos,
Zeitdokumente, Karten und Texttafeln gezeigt. Es werde, so betonte der
Landrat Hubertus Backhaus, deutlich, wie umfangreich die Arbeit des
Volksbundes sei. Unter Bezug auf den Kreis Höxter führte er
weiter aus, dass die Ergebnisse bei den Haussammlungen, bezogen auf
den prozentualen Anteil der Bevölkerung in Ostwestfalen, sehr gut
seien. Er dankte den Schützen für ihre Sammeltätigkeit
an den Haustüren und machte deutlich, dass dieses nicht immer ganz
einfach sei.
Im Anschluss überbrachte der Bürgermeister der Stadt Bad Driburg
Burkhard Deppe im Namen der Bürgerschaft die Grußworte der
Stadt. Er führte aus, dass die Ausstellung deutlich mache, dass
hinter der großen Geschichte mit den Millionen Toten Einzelschicksale
stünden. Einzelschicksale, die Familien, Söhne und Ehepartner
beträfen. Der Volksbund, so Bürgermeister Deppe weiter, leiste
einen wesentlichen Beitrag, da er vielen Einzelschicksalen, unbekannten
Soldaten die Identität, die Würde, ein Grab und den Angehörigen
Gewissheit gegeben habe.
Mit Blick aus der Bank nahm der Bürgermeister Bezug auf den Termin.
Dass Bad Driburg an diesem Wochenende unter Dampf stehe und feiere,
während gleichzeitig eine Ausstellung an den Krieg erinnere, zeige
laut Herrn Deppe, dass es uns in wirtschaftlich schlechten Zeiten doch
sehr gut geht. Dieses sei jedoch nur möglich, weil wir seit sechs
Jahrzehnten in Frieden leben würden. Weiter erläuterte er,
dass aus der Versöhnung über den Gräbern wahre Friedensarbeit
geworden sei. Wesentlich so endete Herr Deppe seine Ansprache, sei die
Heranführung der Jugend an die Geschichte und das Vermitteln von
Wissen über die Geschichte. Sein Appell an alle Anwesenden lautete:
60 Jahre Frieden sind auch eine Verpflichtung! Er bedankte sich bei
der Bürgerschützengilde für die unspektakuläre aber
wichtige Sammlertätigkeit.
Für seine Verdienste bei den Haus- und Straßensammlungen
in den vergangenen 10 Jahren bekam Ehrenoberst Meinolf Kremeyer die
Goldene Nadel des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
durch Landrat Hubertus Backhaus verliehen. Die Schützen der Bad
Driburger Bürgerschützengilde erhielten die Anerkennungsplakette
in Silber, die der Oberst Rainer Pirsig aus den Händen des Landrates
entgegennahm.
Der Geschäftsführer des Volksbundes Ulrich Appelt bedankte
sich herzlich bei allen, die zum Gelingen der Ausstellung ihren Beitrag
geleistet haben. Eine besondere Einladung, die Ausstellung zu besuchen,
sprach Herr Appelt noch in die Richtung der Schulen aus.
Übrigens: Die nächste Haus- und Straßensammlung des
Volksbundes findet vom 29. Oktober bis zum 17. November 2006 statt. |